Blockzeiten mit Schwimmunterricht und zusätzlichen Unterrichtslektionen – Gesamtrahmen

 Ein Komitee, zusammengesetzt aus dem Gemeinderat und der Schule Muri informiert im Vorfeld der Referendumsabstimmung in einer Serie jeweils in der Freitags-Ausgabe des Freiämter. Im heutigen Teil wird auf den Gesamtrahmen eingegangen.

 

Entstehung der Blockzeiten

Die Idee zum Unterricht in Blockzeiten (an allen Schultagen jeweils morgens gleiche 4-Stunden-Blöcke) an der Primarschule war die Reaktion auf geänderte gesellschaftliche Bedürfnisse. So konnte eine höhere Flexibilität in der Familienorganisation erreicht und die Erwerbstätigkeit beider Elternteile ermöglicht werden.

 

… und heute

Mittlerweile sind Blockzeiten eine bewährte Selbstverständlichkeit. Der grösste Teil der Schweizer Kantone hat solche bereits eingeführt. Der Aargau hinkt dieser Entwicklung hinterher, zusammen mit den ländlich geprägten Kantonen Fribourg, Jura, Neuenburg und Wallis.

Allerdings gibt es auch im Aargau viele Gemeinden (insbesondere auch Nachbargemeinden von Muri), welche seit Jahren Blockzeiten auf der gesamten Primarschulstufe praktizieren.

 

Unterschiedliche Lösungen in Muri

In Muri führte der Souverän auf das Schuljahr 2012/13 die kleinen Blockzeiten mit Randstundenbetreuung ein. Dieses Angebot umfasst ein freiwilliges und kostenloses Betreuungskonzept, mit welchem die Stunden am Morgen abgedeckt werden, bei welchen kein Unterricht stattfindet.

Als Dienstleisterin konnte die Kindertagesstätte Wichtelburg verpflichtet werden, welche die Betreuung mit grosser Professionalität bis heute durchführt.

 

Fünf Jahre nach der Einführung hat eine Analyse gezeigt, dass das Angebot sehr viel weniger genutzt wird als ursprünglich angenommen. Und das nicht etwa, weil kein Bedarf zur Kinderbetreuung vorhanden wäre, sondern das aktuelle Angebot aus verschiedenen Gründen zu unattraktiv ist.

Das führt zu unverhältnismässig hohen Betreuungskosten pro Kind: ein teures Angebot für wenige Kinder.

 

Weiterentwicklung der Primarschule

Aktuell steht der Kanton Aargau vor der Einführung des Lehrplans 21 (geplant auf das Schuljahr 2020/21). Dieser ist aktuell in der Vernehmlassung und sieht vor, die Blockzeiten im ganzen Kanton obligatorisch einzuführen. Weiter soll die Lektionenzahl von 20 in der ersten, bzw. 22 Lektionen in der zweiten Klasse auf 24 erhöht werden. Diese Erhöhung scheint unumstritten, hat doch eine Umfrage der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) aus dem Schuljahr 2015/16 gezeigt, dass der Kanton Aargau deutlich hinter dem schweizweiten Durchschnitt in der ersten und zweiten Klasse liegt (siehe auch unter www.edk.ch).

Ausserdem soll die Einführung des Lehrplans kostenneutral durchgeführt werden, was eine Reduktion des in der Primarschule so wichtigen Halbklassen-Unterrichts zur Folge hätte.

 

Neben all diesen Änderungen will der neue Lehrplan den Schwimmunterricht an der Volksschule stärken, ohne aber genauer zu umschreiben, wie das bei der vorhandenen Infrastruktur in den Gemeinden geschehen soll.

Sicher aber ist der Regierungsrat der Ansicht, dass Grundfertigkeiten im Schwimmen genauso in den Lehrplan gehören, wie z.B. Lesen und Schreiben und daher von der Volksschule abgedeckt werden sollte. Dies umso mehr, weil in der Schweiz das Ertrinken bei Kindern die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache ist.

 

Thema vom kommenden Freitag

Wie geplant erwartet den Leser im nächsten Teil dieser kurzen Serie das Thema „Projektidee mit Kostenzusammenstellung“.

Sämtliche Artikel mit weiterführenden Informationen können auch auf der Homepage der Schule Muri (www.schulemuri.ch) nachgeschlagen werden.